Die Wahl des Glases ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Bestellung eines Terrassengeländers – sie beeinflusst Sicherheit, Optik und Preis gleichermaßen. Die beiden gängigsten Glasarten sind ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas) und VSG (Verbund-Sicherheitsglas). Hier erfahren Sie, worin sie sich unterscheiden und wann welches verwendet wird.
ESG-Glas – Einscheiben-Sicherheitsglas
ESG ist thermisch vorgespanntes Glas, dessen Stoß- und Belastungsfestigkeit um ein Vielfaches höher ist als bei normalem Floatglas. Bei Bruch zerfällt ESG-Glas in kleine, stumpfkantige Stücke, die das Verletzungsrisiko deutlich verringern – daher der Name “Sicherheitsglas”.
Wichtiges Merkmal: Nach dem Bruch verliert eine ESG-Scheibe ihre Integrität vollständig – sie zerfällt komplett. Deshalb wird dieses Glas hauptsächlich bei gerahmten Geländern eingesetzt, wo die Scheibe in einem Profil sitzt und nicht selbst als tragendes Element dient.
VSG-Glas – Verbundsicherheitsglas
VSG entsteht durch das Verbinden von zwei oder mehr Glasscheiben (oft ESG) mit einer elastischen PVB-Folie unter hohem Druck und hoher Temperatur. Bricht eine Schicht, bleiben die Splitter an der Folie haften, und die Scheibe behält ihre konstruktive Integrität.
Deshalb ist VSG-Glas der Standard bei selbsttragenden Geländern – dort, wo das Glas selbst die Last trägt und bei Beschädigung einer Schicht nicht einfach “verschwinden” darf.
Vergleich ESG und VSG
- Sicherheit nach Bruch: VSG behält dank der Folie seine Integrität; ESG zerfällt vollständig.
- Konstruktiver Einsatz: VSG – selbsttragende Geländer (Glas als tragendes Element); ESG – gerahmte Geländer (Glas als Füllung).
- Dicke: VSG ist als mehrschichtiges Glas meist dicker und schwerer als eine einzelne ESG-Scheibe vergleichbarer Festigkeit.
- Preis: VSG ist wegen des Laminierprozesses und der größeren Dicke meist teurer.
- Akustik: Die PVB-Folie im VSG-Glas dämpft zusätzlich Geräusche – relevant in dichter Wohnbebauung.
Welches Glas für ein Terrassengeländer wählen?
Wenn Sie ein selbsttragendes Geländer planen, ist VSG-Glas praktisch unverzichtbar – es trägt die gesamte Last der Konstruktion. Bei einem gerahmten Geländer, wo Pfosten und Handlauf die tragenden Elemente sind, reicht ESG-Glas vollkommen aus und ist die wirtschaftlichere Lösung. Die endgültige Wahl der Glasdicke und -art hängt von der Geländerhöhe und lokalen Sicherheitsanforderungen ab – mehr dazu im Artikel über Sicherheitsnormen für Glasgeländer.
Nicht sicher, welches Glas zu Ihrem Projekt passt? Fragen Sie uns – wir beraten Sie auf Basis der Maße und des Standorts Ihrer Terrasse.